Unter der Schirmherrschaft des Ministers für Kultur und Tourismus der Republik Türkei, Herrn Ertugrul Günay, eröffnete am 12. Oktober 2008 Prof. Dr. Ulrich Schneider die o.g. Ausstellung. Anlässlich der Frankfurter Buchmesse und Ihres Ehrengastes, der Türkei, werden bis zum 11. Januar 2009 höfische Mode und Kostümalben der Osmanen aus dem Topkapi Palast Istanbul gezeigt.

Eine Ausstellung, die sich ganz dem Thema Mode verschrieben hat. Ausgesuchte Beispiele von Sultanskaftanen aus Samt und Seide, prächtigem Schmuck und Accessoires aus der Schatzkammer des Topkapi Istanbul, bringen den Besuchern, die Entwicklungen der türkische Mode des osmanischen Hofes näher. Einige der Ausstellungsstücke sind erstmalig in Deutschland zu sehen.

Die Ausstellung gliedert sich in zwei große Bereiche. Im Sonderausstellungsraum im EG wird der nicht öffentliche Lebensbereich der Damen, der Harem, gezeigt.

Der Harem diente dem Austausch über Politik und kulturelle Themen, Gedichte wurden hier verfaßt und diskutiert. Es herrschte eine strenge Ordnung. Ausgestellt werden in diesem Bereich Damengewänder, Schuhe, Tücher, Gürtel, Accessoires, Spiegel und Kämme. Im 19. Jahrhundert beginnt die Öffnung des osmanischen Reiches nach Westen, was sich in der Mode der Gewänder deutlich zeigt. Grundsätzlich präferierten Osmanen farbenprächtige Gewänder. Ein Lieblingsmotiv war die Tulpe.

Im Obergeschoß ist der repräsentative Lebensraum des Sultans und der Prinzen dargestellt. Kaftane, Hosen, sowie Kopfbedeckungen sind zu sehen. Noch offensichtlicher als die Bekleidung, unterlagen die Stoffe dem Wandel der Mode. Für die Stoffentwürfe war der Geschmack des Sultans ausschlaggebend.

Die Textilsammlung des Topkapi Saray Istanbul ist weltweit für ihre große Zahl prachtvoller und sehr gut erhaltener Sultanskaftane bekannt. Nach dem Tod eines Sultans wurden seine Gewänder in Tücher gelegt und ordentlich etikettiert. Nur so war es möglich, den guten bis sehr guten Zustand zu erhalten.

Die Faszination für orientalische Stoffe und Schnitte ist bis heute ungebrochen. Zeitgenössische Mode wird in Modeschauen und Videos junger türkischer Mode-Designer zu sehen sein.

Abgerundet wird die Ausstellung durch Werke des berühmten Miniaturmalers Levni aus dem 18. Jahrhundert. Sie veranschaulichen, wie die Gewänder getragen wurden. Levni war in seiner Malerei sehr beeinflusst von der westlichen Kultur. Während die klassische islamische Malerei, die Nachahmung der Natur aus religiösen Gründen ablehnte, gibt Levni Gesichtern einen Ausdruck, gibt Faltenwürfe sowie Stoffe detailliert und genau wieder.

Im Erdgeschoß ist für Besucher eine Lese-Ecke installiert, in man sich ausführlich informieren kann. Es ist jedoch aufgrund der Mächtigkeit der Ausstellung sehr zu empfehlen, eine der vielen Führungen wahrzunehmen oder eine der Sonderveranstaltungen zu besuchen.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog mit Fachaufsätzen u.a. zu den Themen osmanische Textilproduktion, Kaftanschnitt, Kleidervorschriften, Accessoires sowie Kopfbedeckungen erschienen. Er umfasst 304 Seiten. Erhältlich im Museum für angewandte Kunst Frankfurt für Euro 24,50, als Buchhandelsausgabe für Euro 39,90. Hirmer Verlag.

Kuratorin der Ausstellung:

Deniz Erduman-Calis, M.A.

Eintritt:

5,00 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Freier Eintritt an jedem letzten Samstag des Monats

Öffnungszeiten:

Di – So 10 Uhr bis 17 Uhr, Mi 10 Uhr bis 21 Uhr, Mo geschlossen

Begleitprogramm:

MI. 15. OKTOBER, 17-19 UHR

MODE UND MUSEUM – FASHION-JOUR-FIX.
MODE A LA TURQUERIE: SEIDE. SAMTE UND BROKATE. OSMANISCHE PRUNKGEWÄNDER DER SULTANE

Die Veranstaltung besteht aus einer Führung und Gespräch mit anschließendem Workshop. Mit Dr. Iris Vitzthum, Diplom-Designerin. 10 Euro pro Teilnehmer.

Anmeldung erwünscht unter Telefon +49 69 212-38 522

SA, 18. OKTOBER 2008. AB 15.30 UHR

LESUNG FÜR KINDER
TÜRKISCH – DEUTSCHE LESUNG MIT BETÜL SAYIN UND AYDIN ILGAZ.

Betül Sayln liest ab 15.30 Uhr aus ihrem Buch „Mert und der wundersame Fes – Mert ve acayib fes“ (ab 5 Jahre). Im Anschluss, ab 16.30 Uhr liest Aydin llgaz aus einem Buch seines Vaters, Rlfat llgaz: „Der Dreikäsehoch in der Schule“ – „Bacaksl“. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Verlag Edition Orient Edition Orient » http://www.edition-orient.de

SO, 19. OKTOBER. 11 UHR

MATINEE
TÜRKISCHE KOCHKUNST ZWISCHEN GESTERN UND HEUTE

Es sprechen Prof. Güi Irepoglu, Levni-Expertin, Universität Istanbul und Selin Kutucular mit anschließender Verköstigung aus den „Highlights der türkischen Küche“.

DI. 21. OKTOBER, 19.30 UHR

LEVNI – EIN MINIATURMALER DER TULPENZEIT PROF. GÜL IREPOGLU

Mit Prof. Gül Irepoglu, Levn i-Expertin, Universität Istanbul

MI, 5. NOVEMBER 2008, 19 UHR

FÜHRUNG
EIN KLEID AUS SAMT UND SEIDE. DIE KAFTANE AUS DEM TOPKAPI SARAY ISTANBUL.
Prof. Dr. Ulrich Schneider

MI, 12. NOVEMBER, 19 UHR

FÜHRUNG
TULPEN, KAFTANE UND LEVNI. 500 JAHRE OSMANISCHE MODE AUS DEM TOPKAPI SARAY ISTANBUL
Deniz Erduman-Calis M.A.

MI, 19. NOVEMBER. 17-19 UHR

MODE UND MUSEUM – FASHION-JOUR-FIX.
MODE DER PALASTDAMEN DES OSMANISCHEN HOFES

Das Museum für Angewandte Kunst bietet einmal im Monat ein Themen-Special über Mode, Textilien und Kostüme an. Die Veranstaltung besteht aus einer Führung und Gespräch mit anschließendem Workshop. Mit Dr. Iris Vitzthum, Diplom-Designerin. 10 Euro pro Teilnehmer.

Anmeldung erwünscht unter Telefon +49 69 212-38 522

IN VORBEREITUNG

IN DER SCHNEIDEREI DES TÜRKISCHEN SULTANS
Workshop für Kids und Familien: Wir schneidern eigene Accessoires aus Seide. Kosten 10 Euro, mit Anmeldung unter ++49 69 212 38522

INFORMATION + ANMELDUNG FÜR FÜHRUNGEN FÜR ERWACHSENE,
KINDER UND SCHULKLASSEN SOWIE WORKSHOPS
Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
?KnowHow! – Kommunikation und Lernen
Christine Hewel
Telefon ++49 69 212-38522
knowhow.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de

Kommentare
  1. Gülcan sagt:

    Ich habe mir diese Ausstellung bereits angesehen. Sehr empfehlenswert. Beeindruckend wie gut die Kleidung erhalten ist. Auf jeden Fall sollte man eine Führung mitmachen.

  2. Christian sagt:

    Die Ausstellung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Unbedingt hingehen.

  3. Walter sagt:

    Ich kann mich der Meinung der Damen nur anschließen. Ich habe eine Führung mitgemacht. Ohne Führung sind es ausgestellte Kleidungsstücke, aber mit Führung bekommen sie Leben eingehaucht. Ein großes Lob von mir.

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